Begründung der Projektarbeit

Die Projektarbeit der Regelschule legt ihren Schwerpunkt auf die Anwendung von erworbenem Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Praktisches Handeln ist durch die Herstellung eines Produktes wichtiger Bestandteil. Teile der Projektarbeit:

1. einen Arbeitsprozess, d.h. die Durchführung eines Projektes zu einem vereinbarten Thema und die schriftliche Dokumentation seiner Teilschritte

2. ein Produkt als Ergebnis des Arbeitsprozesses

3. eine Präsentation

Der Prozess besteht:

· aus lehrergeleiteten Arbeitsphasen im unmittelbaren schulischen Kontext (Konsultationen, Beratungen etc.)

· aus schülergeleiteten individuellen bzw. Gruppenarbeitsphasen

Beide Phasen müssen ausreichend und auf der Grundlage von vereinbarten Kriterien dokumentiert werden, um eine objektive Bewertungsgrundlage zu erhalten. Bei der Durchführung und Dokumentation der Gruppenarbeit ist deshalb zu gewährleisten, dass durch eine schriftlichen Dokumentation der Teilschritte die individuellen Leistungen der einzelnen Schüler nachvollziehbar sind. In der Planung des Prozesses bzw. seiner Durchführung sollten möglichst außerschulische Ressourcen berücksichtigt werden. Die Einbeziehung von Eltern, fachkundigen Personen, Institutionen, Vereinen, Freien Trägern ist nicht nur hilfreich und sinnvoll, sondern stellt einen bedeutenden Aspekt bei der Umsetzung anwendungsorientierter (schulartspezifischer) Zielstellungen dar. Die Begleitung des Prozesses übernimmt der Fachlehrer, mit dem das Thema des Projektes abgesprochen wurde.

Das Produkt besteht aus:

· einem schriftlichen Teil

· einem gegenständlich / materiellen Teil oder einer praktischen Demonstration

Im schriftlichen Teil werden die Ergebnisse der Arbeit erörtert. Der gegenständlich / materielle Teil enthält Modelle, Fotos, Plakate, Videos o.ä. Er kann bereits Bestandteil des Prozesses gewesen sein (Projekte, Veranstaltungen, Aufführungen, Befragungen, Interviews etc.), muss dann aber in geeigneter Form dokumentiert werden. Die Produkte sollten in jedem Fall in Thema und der Form relevante Aspekte der Spezifik der Regelschule (Handlungs- und Anwendungsorientierung) widerspiegeln.

Die Präsentation besteht aus zwei Teilen:

· einem Teil mit Vortragscharakter, in dem der Schüler auf Grundlage einer Vorbereitung mit Hilfe geeigneter Visualisierungsmöglichkeiten seine Ergebnisse reflektiert

· einem Teil mit Gesprächscharakter, in dem der Schüler im Wesentlichen spontan - ggf. auch unter Nutzung   von lenkenden Gesprächsimpulsen - auf Nachfragen zum Vortrag antwortet

In der Präsentation wird z. B., die im Vortrag dargelegte Thematik konkretisiert, vertieft oder auch Zusammenhänge zu anderen Stoffgebieten hergestellt. Hier besteht auch die Möglichkeit, dass der Schüler seine Fähigkeiten im Rahmen eines anderen inhaltlichen Aspektes unter Beweis stellt. Die Präsentation sollte genutzt werden, um die Ergebnisse einem erweiterten Personenkreis vorzustellen. So kann die Präsentation vor den Eltern der Schüler oder in einem außerschulischen Rahmen, z.B. in beteiligten Einrichtungen, Betrieben etc., erfolgen oder zur Gestaltung des Fachunterrichts genutzt werden. Durch einen geeigneten Rahmen bzw. eine adäquate Form der Präsentation wird die Bedeutung der Projektarbeit hervorgehoben. Darüber hinaus wird ein Beitrag für wichtige schulische Zielstellungen geleistet und nach außen verdeutlicht.

Zusammenfassung: Die Projektarbeit fördert Team- und Kooperationsfähigkeit. Sie verlangt vom Schüler langfristig zu planen, sich die Zeit einzuteilen, selbstständig zu recherchieren, sein Thema einzugrenzen, ein Produkt anzufertigen, seinen Arbeitsprozess zu dokumentieren, die Ergebnisse sachgerecht darzustellen, sie zu präsentieren und sich in der Präsentation argumentativ mit dem Thema zu beschäftigen. Besonders im Hinblick auf die Vorbereitung einer beruflichen Ausbildung ist die erfolgreiche Lösung komplexer (projektartiger) Aufgaben eine Herausforderung für den Schüler und ein wichtiger Schritt zur Bewältigung der Anforderungen des weiteren Lebens.

 

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